„Sturm im Wasserglas“ von Bruno Frank
Im März 2026 begeisterten die Rohdorfer Theaterer an acht Spielterminen wieder ca. 900 Zuschauer im Achentaler Heimathaus.
Der Stoff der 1930 erstmals aufgeführten Komödie „Sturm im Wasserglas“ basiert auf der 1928 durch den Münchener Stadtrat beschlossenen Erhöhung der Hundesteuer, die schließlich wieder zurückgenommen wurde, weil Tausende dagegen auf die Straße gingen. Das Stück ist aber nicht nur Zeitkritik, sondern von erstaunlicher Aktualität. Dr. Konrad Thoss (Rupert Wagner) soll Bürgermeister werden, verstrickt sich aber in eine Lappalie um den Hund der einfachen Frau Vogl (Anna Hausstetter). Die Presse, in Person des Journalisten Franz Burdach (Jakob Wagner) greift den Fall auf und bringt damit die politische Karriere von Dr. Thoss zu Fall. Ob Burdach dafür zu illegalen Mitteln griff, hat schließlich der Richter (Markus Auer) zu entscheiden.
Dargestellt wird in diesem Rahmen auch das Münchner Politikmilieu jener Zeit: am Beispiel der Freundschaft von Thoss, seiner Frau Victoria (Karin Piezinger), dem Zeitungsverleger Quilling (Georg Dick) und dessen Gattin Lisa (Christine Zäch) entsteht ein authentisches Sittengemälde der besseren Gesellschaft, während Frau Vogl, der Magistratsdiener (Toni Wufka), der Gerichtsdiener (Leo Fischbacher) und das Stubenmädchen (Veronika Zaus) die Schicht der einfachen Leute repräsentieren. Dass Autor Bruno Frank als ehemaliger Jurastudent besonders Kritik an der realitätsfremden Justiz übt, wird in der beinahe absurden Gerichtsszene mit sachverständigem Tierarzt (Andreas Wufka), Staatsanwalt (Klaus Biehl), zwei Schöffen (Anian Steiner und Marinus Göschl) und Rechtsreferendar (Jonas Hangl) deutlich.
Mit „Sturm im Wasserglas“ hat Regisseur Toni Wufka ein Stück ausgesucht, das weniger auf bayerische Kraftausdrücke setzt als auf feinsinnige Zwischentöne, die in unsere Zeit ebenso passen wie in die Zwischenkriegszeit.
















